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Susanne Bösing

Nicht nur in der Tourismusbranche ist der Fachkräftemangel ein häufig diskutiertes Thema. Doch besonders in unseren Bereichen sind die Auswirkungen verheerend:
Bis zu 40 Prozent der Tourismusabsolventen eines Jahrgangs suchen sich eine andere Branche und verlassen das Feld.

Doch woran liegt das? Arbeit im Tourismus - das hat mit Urlaub, tollen Veranstaltungen und Hotels zu tun.

Die Realität kann bei Ausbildungs- bzw. Jobantritt dann aber ernüchternd sein: Arbeiten an Wochenenden und Feiertagen, zu fast jeder Tages- und Nachtzeit. Arbeiten während die anderen ihren Urlaub genießen. Arbeiten während die anderen Feiern oder einfach nur frei haben. Das kann schnell zum Motivationsverlust führen.

Wie können wir also die Begeisterung unserer (jungen) Mitarbeiter aufrechterhalten?

Die Motivation eines jeden Menschen lässt sich nach intrinsischer und extrinsischer Motivation unterscheiden. Das bedeutet, dass ein gewisser Anteil der Motivation im Mitarbeiter selbst entsteht.

Wir wollen das Potential zur Eigenmotivation entfachen und dadurch die organisationale Motivation aufrechterhalten.

Geld, Sicherheit und Prestige der eigenen Stelle, bilden die extrinsische Motivation der Mitarbeiter. Sie ist der klassische, weitverbreitetste Ansatz, um Mitarbeiter zu motivieren.

Genau darin kann die Gefahr liegen: die extrinsische Motivation kann nur bis zu einem bestimmten Punkt zur Steuerung verwendet werden. Wenn die Sättigung eines Bedürfnisses eintrifft, treten intrinsische Bedürfnisse in den Vordergrund.

Und dann mal ehrlich - die meisten Stellen im Tourismus sind nur mittelmäßig bezahlt. Trotz ihrer hohen Bedeutung für jeden Einzelnen, sind sie leider in unserer Gesellschaft wenig anerkannt.
Sicher ist die Anstellung auch nur bedingt, da viele Leistungsträger mit Zeitverträgen arbeiten und unbefristete Verträge immer seltener werden.

Welche Anreize können wir also zur Steigerung der intrinsischen Motive schaffen?

Intrinsische Motivation kann aus dem Leistungs-, Kompetenz- oder dem Geselligkeitsbedürfnis kommen. So können zum Beispiel abwechslungsreiche und arbeitsintensive Aufgaben zu Höchstleistungen anspornen. Ebenso ist es für den Aufbau und Erhalt der intrinsischen Motivation wichtig, Einfluss auf das Ergebnis zu nehmen und die eigene Kreativität in das Unternehmen einbringen zu können. Anerkennung und Lob sind dabei unabdingbar.

Die Möglichkeit zur Weiterbildung, Coaching-Maßnahmen und Aufstiegschancen sind wichtige Kriterien zur Befriedigung der oben genannten Bedürfnisse. Interpersonelle Gerechtigkeit und die Qualität der Beziehungen am Arbeitsplatz haben großen Einfluss auf das Verhalten und die Motivation des Teams.

Schon durch kleine Maßnahmen kann unsere Branche attraktiver werden:

- Durch personelles Rotieren innerhalb von Arbeitsabläufen, könnte Alltagstrott vorgebeugt werden.
- Durch das Festlegen eines gleichbleibenden freien Tags in der Woche, kann die Planbarkeit der eigenen Freizeit vereinfacht werden und den Mitarbeitern wird dadurch Wertschätzung entgegengebracht.
- Durch Zusammenarbeit mit den Krankenkassen können Gesundheitschecks oder gemeinsame Kurse, wie Rückenschule, angeboten werden.
- Gemeinsame Ausflüge mit Schulungseinheiten stärken den Zusammenhalt und fördern die Attraktivität der Arbeitsplätze. Wie wäre es zum Beispiel mit einem gemeinsamen Tagesausflug, auf dessen Verkauf danach eine besondere Prämie gesetzt wird?

Stillstand und Festhalten an den altbewährten Methoden kann zum Abwandern guter Arbeitskräfte führen. Stattdessen sollten wir unseren Mitarbeitern mit Flexibilität, Kreativität und Aufgeschlossenheit und persönlichem Einsatz entgegenkommen. Die oben genannten Ansätze sind erste Ideen, um einen neuen Weg einzuschlagen.  

Allerding ist und bleibt der wohl beste Ansatz um seine Mitarbeiter zu motivieren, sie zu fragen woran es ihnen mangelt und wie man gemeinsam eine Lösung finden kann.

 

 

QUELLEN:
http://www.zeit.de/2018/10/tourismus-alpen-folgen-bevoelkerung-umwelt/seite-2 (zugegriffen am 08.03.2018)
http://www.zeit.de/2018/10/tourismus-alpen-folgen-bevoelkerung-umwelt/seite-3 (zugegriffen am 08.03.2018)
http://www.fvw.de/fachkraeftemangel-wie-attraktiv-ist-die-touristik-fuer-arbeitnehmer-/1/150932/18853 (zugegriffen am 08.03.2017)
https://www.tab-beim-bundestag.de/de/aktuelles/20101006/17062.pdf (zugegriffen am 08.03.2017)
Olfert, Klaus (2008): Personalwirtschaft. 13. Aufl., S. 24, Ludwigshafen (Rhein): Kiehl Verlag.
Achouri Cyrus (2015): Human Ressource Management. Eine praxisbasierte Einführung. 2. Aufl., S. 170, Wiesbaden: Springer Fachmedien.
Jung Hans (2011): Personalwirtschaft. 9. Aufl., S. 367, München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH.

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