Schuleröffnung Sri Lanka

Susanne Bösing

Die TourContact Vorschule ist ein Hilfsprojekt der TourContact Reisebüro Cooperation GmbH & Co.KG und wurde durch die Spendengelder der uns angeschlossenen Reisebüros finanziert.

Das Ziel ist es, unter dem Dach der DER Touristik Partner-Service Gesellschaft das Engagement der DER Touristik Foundation e.V. gemeinsam mit der Hilfsorganisation Fly&Help auf eine besondere Art und Weise zu unterstützen: Bildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben und seit 2014 hat die DER Touristik Foundation e.V. mehr als 45 Schulen in 21 Ländern auf fünf Kontinenten finanziert und gebaut. Eine Schule davon steht nun in Bogaswewa.

Auf der Fläche Bayerns hat Sri Lanka von Regenwald über trockene Ebenen bis zum Hochland und Sandstränden alles zu bieten. Natürlich ist das Hauptziel unserer Reise, die TourContact Vorschule zu besuchen, doch auf dem Weg dorthin unternehmen wir eine kleine Rundreise.
Unser Reiseleiter vor Ort, Victor, führt uns die gesamte Woche mit viel Wissen und Herz über die Insel. Alle Menschen, die wir treffen, begegnen uns mit ausgesprochener Herzlichkeit und Gastfreundschaft. Wir werden mit strahlenden Augen empfangen und entzünden bei mehreren Gelegenheiten Öllampen, die uns beschützen und als besondere Gäste ehren sollen.

Nach unserer Ankunft im lebhaften Colombo fahren wir nach Sigiriya und tauchen in die spannende Welt Sri Lankas ein. Wir verbringen den ersten Abend in einem kleinen Hotel zwischen Reisfeldern. Am nächsten Morgen geht es schon sehr früh zum Sigiriya Felsen.
Das gut 1500 Jahre alte UNESCO Weltkulturerbe thront auf dem 200 Meter hohen Felsen inmitten einer flachen Ebene und wir sind sprachlos vom Anblick dieser Naturgewalt. Gemeinsam besteigen wir den Löwenfelsen.

Während des Aufstiegs erreichen wir auf halber Höhe die Höhlenmalereien der Wolkenmädchen. Von den ursprünglichen 500 barbusigen Frauen sind heute noch 22 von ihnen zu sehen, die in den 1970er Jahren teilweise restauriert wurden.
Wir besteigen die zweite Hälfte des Felsens und er Ausblick, der sich uns schließlich bietet, ist wunderschön und wir genießen die Stille und das satte Grün.
Im Anschluss besichtigen wir die Felsentempel von Dambulla und bewundern die etwa 150 Statuen Buddhas, die aus dem 15. und 18. Jahrhundert gut erhalten sind. Es ist beeindruckend die Statuen zu sehen, die aus dem Felsen herausgeschlagen in den Höhlen liegen und stehen. Die Zeit und die Mühe, die die Künstler dafür aufgebracht haben, ist unvorstellbar.

Am nächsten Tag ist es endlich so weit:

Wir fahren nach Bogaswewa um dort die Schule zu besuchen.
Die Region Vavunija liegt sehr ländlich und war während des Bürgerkriegs zwischen den tamilischen Separatisten zwischen 1983 und 2009 schwer umkämpft. Nach Ende des Krieges und dem vollständigen Sieg der sri-lankanischen Regierungstruppen, sind die Menschen dort noch immer schlechter mit Grundversorgung wie Elektrizität und Wasser ausgestattet als die anderen Teile des Landes.
In der neuen TourContact Vorschule gibt es neben dem großen Schulgebäude auch angeschlossene Toiletten und fließendes Wasser. Sie bietet Platz für 50 Kinder im Alter zwischen drei und fünf Jahren. Diese können nun in einem Spielhaus, vor der Sonne geschützt, ihre Pausen im Freien verbringen.

Dank der Einrichtung der Schule werden nicht nur die Kinder mit Wissen versorgt, auch können die Mütter wieder arbeiten gehen und die Reisfelder der Region bestellen. Sie tragen zu einem Wiederaufbau und zur Verbesserung der Lebensbedingungen in der Region bei.

Wir werden herzlich empfangen und sehen in den Augen der Kinder, wie glücklich sie über ihre neue Schule sind. Die Lehrerin und der Lehrer haben mit der Schulklasse Lieder und Tänze geübt, die sie uns nun voller Stolz vorführen.

Auch wenn wir uns mit den Kindern und vielen der Eltern nur eingeschränkt verständigen können, ist die Freude und Dankbarkeit der Eltern und Lehrer für uns alle universal verständlich.
Die Gesten sprechen mehr als man mit Worten jemals ausdrücken könnte.

Die Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation vor Ort hat so gut funktioniert, dass Gelder vom Bau der Schule übrig geblieben sind und die Kinder sogar mit Heften und Schulmaterial ausgestattet werden konnten. Dafür sind wir besonders dankbar, denn es zeigt, wie verantwortungsvoll mit den Spendengeldern umgegangen wurde und wirklich den Kindern zugutekamen.

Nach den obligatorischen Reden können es die Kinder kaum noch erwarten mit unseren Geschenken und uns zu spielen. Neugierig, wie wir sind und ob wir gut Fußballspielen können, beginnen draußen erste Grüppchen die neuen Fußbälle zu testen. Andere Schüler nehmen uns mit und zeigen uns das neue Klettergerüst und die Spielhütte.

Dabei sind sie so neugierig, wie es uns gefällt und so stolz auf ihre neue Schule, dass ich einen dicken Kloß im Hals habe. Mit dem Bau dieser Schule haben wir wirklich etwas bewirkt und hier vor Ort zu sein und dieses Projekt begleiten zu dürfen, macht mich sehr glücklich.
Als wir dann die Schule verlassen und wieder im Bus weiterfahren sind alle ganz still. Um diese vielen schönen und beeindruckenden Momente zu verarbeiten, werden wir ein bisschen Zeit brauchen.

Am nächsten Tag machen wir einen Zwischenstopp in Anuradhapura, dem Zentrum jahrtausendelanger Königsdynastien. Auch hier bewundern wir einmal mehr, wie geschickt die Einwohner Sri Lankas schon vor 1000 Jahren einen Tempel in Felsen gebaut haben. Im Anschluss bewegen wir uns weiter durch das angrenzende Mihinale, das als Wiege des Theravada-Buddhismus, der ältesten Form des Buddhismus, angesehen wird. Das Blumenfest, das an diesem Wochenende stattfindet machen unseren Besuch der Pappelfeige unter der Buddha seine Erleuchtung hatte, zu einem ganz besonderen Moment.


An unserem letzten Reisetag bewegen wir uns weiter in Richtung Colombo und erleben die Stadt Negombo. Bei einem Besuch auf dem Fisch und Gemüsemarkt sehen wir, wie die fangfrischen Fische teilweise frisch verkauft und teilweise zu Trockenfisch verarbeitet werden. Die Vielfalt an Fisch, frischem Obst und Gemüse ist unvorstellbar und auch hier sind die Menschen, mit denen wir in Kontakt kommen, wieder sehr freundlich, interessiert und hilfsbereit.
Anschließend entdecken wir die ruhige Seite der sonst sehr lebhaften Stadt und machen eine Bootstour durch die Kanäle und das Naturschutzgebiet Muthurajawla, hinter dem Fischereihafen.

Nach den vielen Erlebnissen ist die Stille, die wir hier erleben, schon fast unwirklich.


Beim letzten gemeinsamen Abendessen tanzt ein Feuerschlucker um uns herum doch meine Gedanken sind nur bei der Schule.


Auch auf dem Heimweg und zurück in Deutschland denke ich gerne und viel über die Schule nach.
Sind die Kinder wohl gerade im Klassenraum oder draußen am Toben?
Fliegt gerade ein Ball über den bunten Zaun oder sind die Schulkinder beim Mittagessen?

Die Schuleröffnung war ein Erlebnis, das ich nie wieder vergessen werde und ich denke, ich spreche für die gesamte TourContact Delegationsgruppe, wenn ich sage: Hoffentlich werden wir noch viele Schulen bauen können, denn Bildung darf kein Privileg sein und der Blick in glückliche Kinderaugen ist unbezahlbar.

Weitere Bilder folgen.

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